Die Fusion ist für alle ein Gewinn

Seit Mai 2017 sind die zwei Feuerwehren aus Mühlheim und aus Stetten eins. Auch wenn es anfangs ein „Riesen-Geschrei“ gab: Die Fusion ist gut gelaufen.

Es sei ein Wunsch des damaligen Kreisbrandmeisters Martin Hagen gewesen, die Feuerwehren aus Mühlheim und Stetten zusammenzulegen, schildern Armin Ulrich, Kommandant, und Jan Prior, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Mühlheim-Stetten. Und die beiden stimmen zu: Es mache heute keinen Sinn mehr, in einer Stadt zwei getrennte Wehren zu haben.Und es gab einen weiteren Anlass, aus zwei Wehren eine zu machen: Der Neubau eines Feuerwehrmagazins wurde nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass die Abteilungen Mühlheim und Stetten zusammengelegt werden. Spätestens zur Eröffnung des neuen Magazins hätten die beiden Wehren also ohnehin vor der Aufgabe gestanden, zusammenzugehen. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Fusion stattfindet. Und wir wollten die Fusion ohne politischen Druck über die Bühne bringen“, sagt Ulrich. „So war das eine feuerwehrinterne Geschichte. Nur gemeinsam sind wir einsatzfähig“, unterstreicht Prior.

Die beiden sehen sich als echtes Team. Ulrich kümmert sich um Organisatorisches und die Verwaltung. Einsatzpläne, Personal, Einsatzbereitschaft und der Kontakt mit den Ämtern sind sein Part. Prior ist der Mann für Proben und Übungen sowie das Technische.

Anfangs gab es Redebedarf

Anfangs gab es ein „Riesen-Geschrei“, erinnern sich die beiden. Aber es habe nicht lange gedauert, bis alle mitgezogen hätten. Nur einen Austritt habe es gegeben – bei 50 aktiven Wehrleuten. „Es gab fünf bis sechs Kameraden, mit denen wir nochmal reden mussten“, sagt Ulrich. Aber: „Jeder hat eingesehen, dass es keinen anderen Weg gibt“, blickt er zurück. Und: „Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, und jeder weiß, was zu tun ist“, erläutert Prior.

„Wir können ruhigen Gewissens sagen, dass wir mit einem Löschfahrzeug und der Drehleiter rund um die Uhr einsatzbereit sind“, nennt Ulrich einen Vorteil der Fusion. „Untertags können wir das gewährleisten, und das ist nur durch die Zusammenführung möglich gewesen.“Seit einigen Monaten stehen alle Einsatzfahrzeuge im Gerätehaus in Mühlheim. Von dort aus rücken die Wehrleute nun gemeinsam aus. Auf das neue Magazin, das bis Ende 2020 fertiggestellt sein soll, freuen sich die Wehrleute schon. Denn: Derzeit ist die Parksituation bei Einsätzen angespannt. „Es ist schwierig hier oben, wenn 20 bis 30 Leute mit ihrem Auto kommen“, erklärt Ulrich.

Für die Stettener Kameraden seien mit der Fusion einige neue Aufgabenbereiche hinzugekommen. Als Beispiel führen die Kommandanten Verkehrsunfälle an. „Die Kollegen werden geschult“, erläutert Prior. Dazu zähle auch, Personen mit einem Scherspreizer aus dem Auto zu befreien. Denn bisher waren die Stettener für die Verkehrsabsicherung zuständig.

Das bedeute vorerst auch einen Mehraufwand bezüglich der Proben, weiß Prior. „Montag ist Feuerwehrtag“, sagt er. Dann werde in kleinen Gruppen geübt.

Kameradschaft ist wichtig

Haben Ulrich und Prior ein Erfolgsrezept für die gut funktionierende Fusion? „Es war jedem bewusst, dass dieser Schritt irgendwann kommt. Denn beide Abteilungen allein wären nicht mehr zukunftstauglich gewesen“, sagt Ulrich. „Und auch die Kameradschaft, dass wir miteinander und nicht gegeneinander arbeiten, hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen“, ergänzt Prior. Eins war den beiden von Anfang an wichtig, sagen sie: Dass die Fusion auf Augenhöhe stattfindet. Nach knapp zwei Jahren sind sich die beiden einig: „Die Fusion ist für alle ein Gewinn – speziell für die Sicherheit des Bürgers.“

Interview

erschienen: schwäbische.de    27.01.2019