Großbrand bei der Firma Häberlen und Börsig


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Brand in Holzfirma verursacht Millionenschaden

Quelle: Gränzbote vom 07.09.2009

TUTTLINGEN - Bei einem Großbrand auf dem Gelände der Firma Häberlen und Börsig hat es einen Sachschaden in Millionenhöhe gegeben. In der Nacht von Samstag auf Sonntag mussten 112 Anrainer evakuiert werden; drei Menschen wurden verletzt.

Von unserer Redakteurin Katharina Pütz

Um 3.09 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag schrillten bei den Feuerwehren der Umgebung die Alarmglocken. Ein Passant hatte die Polizei gerufen und einen Brand in dem Supermarkt Lidl an der Stockacher Straße gemeldet. Wie sich schnell herausstellte, brannte jedoch nicht der Discounter, sondern das angrenzende Gelände von Häberlen und Börsig. Innerhalb von Sekunden, so berichtet Polizeisprecher Wolfgang Schoch, habe sich das Feuer ausgebreitet. Mit 160 Kräften, zusammengesetzt aus den Wehren von Tuttlingen und den Ortsteilen, Wurmlingen, Spaichingen, Emmingen-Liptingen, Neuhausen, Fridingen, Mühlheim, Schwandorf und Worndorf, rückte die Feuerwehr am Ort des Geschehens an. Während die Wehr mit 8 000 bis 9000 Litern Löschwasser pro Minute den Kampf gegen die Flammen aufnahm, evakuierte die Polizei 112 Anwohner aus der Hegaustraße und der unmittelbaren Umgebung des Brandorts.



Foto: Thomas Steppacher

„Nicht nur allein das Großfeuer, sondern die an den brennenden Betrieb angrenzende Tankstelle mit einem oberirdischen Flüssiggas-tank sowie auf dem Areal stehende Altfahrzeuge bereiteten uns Sorgen“, so Wolfgang Schoch. Wegen der akuten Explosionsgefahr sowie der Rauchund Hitzeentwicklung evakuierte die Polizei die zahlreichen Bewohner. Diese wurden in der Schrotenschule und in vom DRK aufgestellten Zelten an der Bruderhofstraße versorgt. „Es ist alles sehr gut abgelaufen“, berichtet Thomas Schad, Zugführer der schnellen Einsatzgruppe des DRK. „In der Schule wurden die Menschen mit heißen und warmen Getränken versorgt, zudem waren Notfallseelsorger vor Ort.“ Einen Dank, so Schad, wolle er den Mitarbeitern der Schrotenschule aussprechen, die schnell und unbürokratisch halfen. Zwei Personen mussten aufgrund von „seelischer Belastungen“, wie Schad mitteilt, ins Kreisklinikum eingeliefert werden. Ebenso ein Feuerwehrmann, der zu viel Rauch einatmete. Lebensmittelkontrolle.
Während die evakuierten Anwohner gegen 6 Uhr in ihre Wohnungen zurück konnten, war die Feuerwehr bis in den Nachmittag hinein mit Löscharbeiten beschäftigt. Zwar war der Brand unter Kontrolle, dennoch loderten immer wieder Glutnester in dem Brandschutt auf. Der Lidl, so Stadtbrandmeister Günther Benz, habe gerettet werden können. Die Dachisolierung sei geöffnet worden, um den in der Entstehung befindlichen Brand zu löschen, was gelang. Noch am Vormittag ging Dr. Karl Schwab, Lebensmittelkontrolleur vom Landratsamt, in den Supermarkt, um die Lebensmittel dort zu überprüfen. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Martin Hagen, „muss Lidl die offenen Lebensmittel entsorgen, bei den geschlossenen Lebensmitteln besteht keine Gesundheitsgefahr“. Wilhelm Börsig, Inhaber der niedergebrannten Firma, und verständlicherweise etwas mitgenommen, sagte, dass „die Produktion gesichert ist, weil wir an mehreren Standorten tätig sind.“ Er hatte durch die Polizei von dem Brand erfahren. In dem Betrieb arbeiten am Standort Tuttlingen circa 20 Menschen. Noch am Vormittag wurden die Ermittlungen zur Brandursache von der Polizei aufgenommen. Kriminaltechniker untersuchten den Brandort, ein Hubschrauber machte Fotos aus der Luft. Was die Ursache ist, „ist bisher völlig unklar“, so Polizeisprecher Wolfgang Schoch. Der Schaden belaufe sich auf mehrere Millionen Euro. „Neben den Produktions- und Lagerstätten sind auch zwei schon komplett beladene Lastzüge ausgebrannt“, teilte Schoch mit.

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