Alarm, es brennt! - So läuft ein Einsatz der Feuerwehr ab

Wenn es in Mühlheim und Umgebung brennt, dann sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr Mühlheim und Stetten gefragt. In Windeseile müssen sie ans Feuerwehrmagazin und von dort aus zum Einsatzort. Mit dabei haben sie auch immer einen ganz besonderen Feuerwehrkamerad.

Mehr als zehn Einsätze hat die Feuerwehr seit Mai vom neuen Domizil aus angefahren. „Anfangs haben wir ziemlich viele Videos gedreht, um der Mannschaft die Abläufe im neuen Feuerwehrmagazin rüberzubringen. Das kam gut an“, sagt Jan Prior. Seit 2017 leitet er als stellvertretender Kommandant an der Seite von Armin Ulrich die Geschicke der Feuerwehr Mühlheim und Stetten.

Die ersten ein bis zwei Mal habe sich die Einsatzmannschaft noch an die neuen Begebenheiten gewöhnen müssen. „Der grobe Ablauf hat aber funktioniert“, erklärt Kommandant Armin Ulrich und fügt hinzu: „Verbesserungspotenzial gibt es immer.“

Geht nun ein Alarm bei der Leitstelle ein, dann wird am Magazin die Türe für die Feuerwehrleute entriegelt. Gleichzeitig geht das Licht im Inneren an, schildert Ulrich den Ablauf. Der erste, der vor Ort eintrifft, signalisiert der Leitstelle per Knopfdruck, „dass jemand da ist und dass etwas passiert“, so Ulrich weiter. Noch bevor es in die Umkleideräume geht, wird an einem Monitor angezeigt, warum die Feuerwehr alarmiert wurde, wo die Hilfe gebraucht wird, welche Fahrzeuge ausrücken müssen und in welcher Reihenfolge das passieren sollte.

Ulrich und Prior haben ihren Platz dann direkt am Eingang der Umkleidekabine. „So haben wir den Überblick wer da ist und können entscheiden, wer für welche Aufgaben eingesetzt wird“, erklärt Ulrich. Von der Umkleidekabine geht es für die Feuerwehrleute dann direkt in die Fahrzeughalle. An einer Tafel wird eingeteilt, wer in welchem Fahrzeug mitfährt. „Der Zugführer und der Einsatzleiter fahren meist im Mannschaftstransportwagen (MTW) voraus, um sich einen Überblick über die Lage vor Ort zu machen, bis das erste Löschfahrzeug eintrifft“, erklärt Prior.

In einem Drucker neben dem MTW liegt bei einer Alarmierung immer die sogenannte Alarmdepeche. Wie Prior schildert, ist darauf ein Kartenausschnitt vom Einsatzort zu sehen und auf der Rückseite des Blattes sind Informationen über den Einsatz selbst vermerkt.

Mindestens eine Person bleibt auch immer im Feuerwehrmagazin. Sie hält die Stellung in der Einsatzzentrale. An zwei voneinander unabhängigen Plätzen kann beispielsweise mit den Fahrzeugen und der Leitstelle parallel Kontakt gehalten werden, erklärt Ulrich.

Bevor die Fahrzeuge im Ernstfall losrollen, müssen noch die Schläuche für die Druckluft und die Ladeerhaltung entfernt sowie das Tor geöffnet werden. Dass sich dieses nicht automatisch mit der Alarmierung öffne, sei bewusst so entschieden worden. Im Falle eines Kleineinsatzes beispielsweise, sei das gar nicht notwendig. Und so bestehe auch keine Gefahr, dass unbefugte Personen möglicherweise unerkannt ins Magazin hineinlaufen können, schildern die beiden. Der Abgasschlauch löse sich automatisch, so könne die Abgasbelastung so gering wie möglich gehalten werden. Dann ist die Feuerwehr startbereit.

Mit dabei ist auch immer ein besonderer Retter. In einem der Fahrzeuge sitzt ein Bär in Feuerwehrmontur und – an die Corona-Situation angepasst – mit Mundschutz ausgestattet hinter der Windschutzscheibe. „Das ist Konrad. Der kommt dann ins Spiel, wenn Kinder beteiligt sind“, so Prior.

2021 08 25 Ablauf Einsatz 2
2021 08 25 Ablauf Einsatz 1

erschienen: schwaebische.de 25.08.2021