Nicht mehr lange, dann kann die Feuerwehr ihr neues Magazin beziehen
Schon von Weitem sind die Schriftzüge „Feuerwehr“ und „112“ auf dem 14 Meter hohen Übungsturm zu erkennen. Der Bau des neuen Magazins der Feuerwehr Mühlheim-Stetten ist inzwischen auf der Zielgeraden angekommen. Bis die Wehrleute vom neuen Domizil aus zu ihren Einsätzen starten können, steht aber noch einiges auf der Agenda.
Vor knapp einem Jahr, am 31. März 2020, startete der Bau des Magazins. „Ziel war es, dass wir das Gebäude Ende April übergeben können“, sagt Bürgermeister Kaltenbach. „Wenn nichts ganz Gravierendes mehr passiert, dann schaffen wir das auch.“
Fenster und Rollläden sind eingebaut, Lüftung und Heizung in Betrieb genommen und auch die Sanitäranlagen sind weitestgehend fertig. Derzeit stehen der Innenausbau sowie kleinere Schönheitsreparaturen an, wie der Bauleiter Jens Engesser berichtet.
„Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Engesser. Zusammen mit Kommandant Armin Ulrich, dessen Stellvertreter Jan Prior und Bürgermeister Kaltenbach schaut er sich die Fortschritte des Feuerwehrmagazins an. „Es gab keine großen Vorkommnisse, es hat soweit alles funktioniert“, erklärt der Bauleiter. Der Rückstand von knapp zwei Wochen bei den Rohbauarbeiten habe gut aufgeholt werden können. Kleinere Verzögerungen seien im Bauablauf vollkommen normal, sagt er. Und auch bei den Kosten sei alles im Soll. Corona habe den Baustellenalltag glücklicherweise nicht beeinflusst. „Sonst steht alles still“, weiß der Bauleiter.
In der Fahrzeughalle hängen lange, dicke Schläuche von der Decke. Weil sich dort auch Lagerräume befinden, habe eine Absauganlage installiert werden müssen, erklärt Jan Prior. Neben der Drehleiter, den beiden Löschfahrzeugen und dem Mannschaftstransportwagen bleibt eine fünfte Box für ein mögliches weiteres Fahrzeug frei. Ölbinder, Sandsäcke und die zwölf Atemschutzgeräte werden in der Fahrzeughalle ebenfalls ihren Platz finden.
Von der Halle aus geht das Komitee in den Sozialtrakt. Dort sind einige Maler dabei, die Wände zu streichen. Die Malerarbeiten sollen bis Anfang März abgeschlossen sein. Bis in gut zwei Wochen soll auch überall Parkett verlegt sein. Danach können die Möbel geliefert werden. „Dann steht dem Einzug nichts mehr im Wege“, sagt Kaltenbach.
Noch sind die Umkleideräume für die Wehrleute nicht eingerichtet. Es gibt einen für die Feuerwehrmänner und auch einen für Feuerwehrfrauen. Weil die Lüftungsanlage an der Decke angebracht ist, seien nur kleine Fenster vorhanden, schildert Ulrich. Auch Duschen sind vorhanden. Im Ernstfall gelangen die Einsatzkräfte von den Umkleiden aus direkt in die Fahrzeughalle.
Direkte Sicht auf die ausrückenden Kollegen hat man auch vom künftigen Büro der Einsatzleitung. Ulrich erklärt: „Man steht in direktem Kontakt mit der Leitstelle und hat direkten Einblick in die Fahrzeughalle.“ Derzeit sind die Fenster, die diesen Einblick ermöglichen, aber noch mit Folie verkleidet.
Insgesamt ist im Inneren noch wenig vom Feuerwehr-Rot zu sehen. Auf dem Weg vom Büro der Einsatzleitung zu den nächsten Räumen sagt Ulrich: „Die Küche wird aber rot.“ Diese soll laut Bauzeitplan noch Ende dieses Monats eingebaut werden. Dahinter befindet sich ein großer Raum. Dieser sei als Schulungsraum gedacht, erklärt Prior. „Er ist abteilbar, lässt sich in drei Räume aufteilen. Je nachdem, wie man es braucht“, sagt er.
Dann geht es nach draußen. Der Grundasphalt sei bereits vor dem Winter eingebaut worden, schildert Engesser. „Das war sehr wichtig, auch wegen der Sauberkeit im Gebäude.“ Ende März soll dann, bei geeigneter Wetterlage, der Hof asphaltiert werden, benennt er den weiteren Ablauf. Mit Blick auf die Fassade erklärt Kaltenbach, dass ursprünglich eine Außengestaltung aus Betonfertigteilen angedacht gewesen sei. Weil diese sich aber als zu teuer herausstellte, habe sich die Stadt im Januar 2020 für eine sogenannte Alu-Dibond-Fassade entschieden, schildert Kaltenbach. Diese sei „deutlich günstiger und schöner“, sagt er. „Da war es gar kein Fehler, dass der erste Weg nicht zum Ziel geführt hat.“
Eindrucksvoll präsentiert sich auch der 14 Meter hohe Übungsturm. Er bietet den Feuerwehrleuten alle Möglichkeiten, für den Ernstfall zu trainieren. An den zwei Balkonen könne unter anderem mit der Drehleiter oder das Anleitern selbst geübt werden. Aber auch zum Abseilen eigne sich das Stahlkonstrukt. Zudem können die Feuerwehrleute trainieren, wie sie am besten mit einem vollen Schlauch im Treppengebäude hantieren. „Um den Schlauch im Treppenhaus hochziehen zu können, braucht es Power“, weiß Ulrich.
Vor dem fünften Tor, das vorerst nicht genutzt wird, wird eine Waschanlage installiert. Damit kein Öl in das Grundwasser abfließe, werde eine abgesetzte Platte sowie ein Ölabscheider angebracht. Das ist aber nicht alles. Der Außenbereich verändert sich auch an anderen Stellen. Unter anderem wird eine Sitzbank vor dem Sozialtrakt aufgestellt, auf der das Baujahr zu sehen sein wird, so Kaltenbach. Und auch das Logo des Landesfeuerwehrverbands wird künftig das Feuerwehrmagazin zieren.
Bis die Feuerwehr dann einsatzbereit ist und zum ersten Mal von ihrem neuen Standort ausrückt, dauert es also noch eine Weile. Der Umzug ist ab dem 12. April vorgesehen und soll bis zum 28. April abgeschlossen sein. Dann müssen die Kameraden noch in die Funktechnik und die neue Technik im Magazin eingewiesen werden. „Die Alarmierung muss stimmen“, sagt Ulrich. Er sei zuversichtlich, dass der Einzug zum 30. April klappt, „auf ein paar Tage hin oder her kommt es aber auch nicht an.“
Eines steht bereits fest: Einen Tag der offenen Tür oder ein großes Feuerwehr-Fest wird es in diesem Jahr nicht geben. „Nach Pfingsten wird es einen Festakt in einem kleinen und bescheidenen Rahmen geben, bei dem Baupartner, Gemeinde- und Ortschaftsräte, der Landrat und auch der Kreisbrandmeister eingeladen sein werden“, sagt Kaltenbach. „Das große Fest kommt dann hoffentlich im nächsten Jahr.“
erschienen: schwaebische.de 05.02.2021