Kaum hat die Feuerwehr ihr neues Domizil bezogen, wird sie zu einem Einsatz gerufen

Die Feuerwehr Mühlheim und Stetten war schon bei vielerlei Einsätzen gefragt. Brennt ein Haus, muss eine Person nach einem Unfall aus dem Auto befreit werden, oder tritt die Donau merklich über die Ufer, dann eilen die Feuerwehrleute los, um zu helfen. Ab sofort vereint vom gemeinsamen Feuerwehrmagazin aus. Kaum war der Umzug abgeschlossen, folgte auch schon der erste Einsatz.

„Der Umzug hat zwei Wochen gedauert“, berichtet Armin Ulrich, Kommandant der Feuerwehr Mühlheim und Stetten. Peu à peu sei alles vom alten Feuerwehrmagazin in der Oberstadt ins neue Domizil gebracht worden. Abends hätten sich für eine Stunde je fünf Feuerwehrleute getroffen, „um den Umzug möglichst corona-konform über die Bühne zu bringen“, erklärt er. „Es gab einen Ablaufplan, dass jeder wusste, was zu machen ist.“ Am letzten Tag im April habe dann jeder seinen Spind aus- und im neuen Feuerwehrmagazin eingeräumt. „Das Ziel war, dass die Fahrzeuge mit den Einsatzklamotten am 30. April umgezogen und einsatzbereit sind“, sagt Ulrich.

Auf eine offizielle Einweihung muss wegen der Corona-Pandemie zunächst verzichtet werden. Diese soll aber nachgeholt werden, „so, wie es die Corona-Bedingungen zulassen“, sagt Ulrich. Laut Bürgermeister Jörg Kaltenbach sei ein Tag der offenen Tür für das kommende Jahr geplant.

Das alte Magazin in der Oberstadt müsse bis Ende Mai besenrein verlassen werden. Zu ihrem letzten großen Einsatz – einem Dachstuhlbrand – ist die Feuerwehr von dort aus im Dezember vergangenen Jahres ausgerückt, erinnert sich Ulrich. Bis zum Umzug habe es noch kleinere Einsätze gegeben. Das Gebäude „bleibt in Mühlheimer Hand“. Wie Bürgermeister Kaltenbach auf Nachfrage berichtet, sei es an einen in Mühlheim ansässigen Schulbuchhandel verkauft worden. Dieser habe sich gut entwickelt und soll spätestens am 1. Juni einziehen können, so Kaltenbach weiter. „Das Gebäude wird also weiter genutzt.“

Seit dem 30. April, 20 Uhr, ist die Feuerwehr einsatzbereit. Startpunkt ist jetzt die Vorstadt. Gut einen halben Tag später waren die Feuerwehrleute dann auch direkt gefragt. „Die Feuertaufe hat das Magazin schon bestanden“, sagt Ulrich. Gegen 11.15 Uhr sei die Feuerwehr am 1. Mai zu einer Türöffnung gerufen worden. „Für den ersten Einsatz war das ok“, erklärt er. So haben erste Erfahrungen gesammelt werden können, wo künftig noch an Stellschrauben im Ablauf gedreht werden kann.

Gemeinsame Feuerwehr, gemeinsames Magazin

Vier Jahre nach der Fusion zur Feuerwehr Mühlheim und Stetten können die Feuerwehrleute ihr gemeinsames Magazin beziehen. Unter anderem hält es fünf Fahrzeugboxen, ein Sozialgebäude mit Schulungsmöglichkeiten sowie einen Übungsturm bereit. Spatenstich war am 31. März 2020. Laut Bürgermeister Jörg Kaltenbach ist das Projekt sowohl im Kosten-, als auch im Zeitplan realisiert worden. Bei den Planungen war die Feuerwehr einbezogen. Die Stadt hat 4,27 Millionen Euro in das neue Domizil der Feuerwehr investiert. Das Land habe 675000 Euro an Fördermitteln zugesagt, so Kaltenbach. „Die Planung wurde so ausgelegt, dass der für das kommende Jahr angestrebte Neubau einer Rettungswache unter der Regie des Arbeiter- und Samariterbundes auf dem Gelände untergebracht werden kann“, erklärt er weiter. Neben der Planungsmannschaft, bestehend aus der Architekturgesellschaft Weber (Gosheim) sowie den Fachplanern von den Büros Kaufer + Passer, Breinlinger Ingenieure und TAG Engineering (Tuttlingen) waren mehr als 30 Handwerksunternehmen an der Baustelle beteiligt.

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erschienen: schwaebische.de 06.05.2021