Im Budget und im Zeitplan
Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum neuen Mühlheimer Feuerwehrmagazin ist erreicht: Am Mittwoch ist Richtfest gefeiert worden – unter Corona-Bedingungen in kleinerem Kreis mit den Verantwortlichen der Feuerwehr Mühlheim und Stetten, dem Gemeinderat und den beteiligten Baufirmen.
Für die Zimmerleute von Milkau Holzbau übernahm Bernhard Fle-ckenstein den markigen Richtspruch. Erinnerungen an seinen Berufsvorgänger und Archebauer Noah verband er mit dem Lob auf seinen Berufsstand und den Segenswünschen für das Gebäude und alle, die dort ein- und ausgehen.
4,27 Millionen kostet der Bau, davon fließen 665 000 Euro an Zuschüssen. Bei diesen Dimensionen war Bürgermeister Jörg Kaltenbach besonders froh, verkünden zu können: „Wir sind innerhalb des Budgets.“
Ebenso wichtig war ihm, dass der Bau innerhalb des Zeitrahmens liegt und dass er bisher ohne Unfälle verlaufen ist. „Das Ziel ist, das Gebäude am 1. Mai nächsten Jahres an die Wehr zu übergeben“, sagte der Bürgermeister. Das könne dann hoffentlich auch gebührend groß gefeiert werden. Bauleiter Jens Engesser von der Weber-Planungsgesellschaft erklärte zum Baufortschritt, dass derzeit am Fundament für den Stahlturm gearbeitet werde. Er nahm die Gäste mit auf einen kurzen Rundgang und beantwortete dabei viele technische Fragen, bevor sich alle zu einem Vesper mit geselligen Ausklang einfanden.

erschienen: schwaebische.de 24.07.2020
Trotz Verzug beim Rohbau: „Im Prinzip sind wir gut im Rennen“
Es ist ein sonniger Tag, an dem sich das Jour-Fixe-Kommittee vor dem im Bau befindlichen neuen Feuerwehrmagazin in Mühlheim trifft. Auch an diesem Tag gibt es einiges zu besprechen. Es geht um die Versorgung des Neubaus.
„Wir sind relativ weit mit dem Rohbau“, sagt Mühlheims Bürgermeister Jörg Kaltenbach. Ein Mal die Woche trifft er sich mit den Beteiligten zu einer Baustellen-Besprechung, einem sogenannten Jour-Fixe. Mit dabei sind Feuerwehr-Kommandant Armin Ulrich und der stellvertretende Kommandant Jan Prior sowie Bauleiter Jens Engesser, Projektleiter Alexander Weisser, Volkmar Tag, Fachplaner Elektrotechnik, und der zuständige Bauleiter des Energieversorgers Netze BW, Joachim Betting. Ihnen berichtet Kaltenbach, dass das 4,27 Millionen Euro Projekt etwa 1,5 Wochen Verzögerung hat. „Die Bauleitung geht aber davon aus, dass man das wieder reinholen kann“, so Kaltenbach. Und Engesser nickt. „Der 30. April 2021 als Zielmarke bleibt.“
Beim Jour-Fixe in der Vorwoche wurde besprochen, dass Kameras am Feuerwehrmagazin angebracht werden sollen. Dafür wurde in der Zwischenzeit ein Angebot eingeholt. Die Überwachung diene unter anderem dazu, Vandalismus und Diebstahl zu vermeiden sowie Bildmaterial zu haben, sollte beispielsweise Bauschutt illegal abgeladen werden, schildert Kaltenbach. Es sei nicht nur eine Überwachung während der Bauzeit, sondern solle das Gebäude auch später schützen.
Den Aufwand, die Kameras zu installieren, schätzen die Beteiligten als moderat ein – auch finanziell. „Das Gebäude wird nicht eingezäunt, das ist also ein recht günstiger Schutz“, sagt Kaltenbach. Die Kosten dafür sollen alles in Allem bei etwa 2350 Euro liegen. Die Feuerwehr solle sich überlegen, wo sie die Kameras haben will, sagt Projektleiter Alexander Weisser.
Dann geht es auf die Baustelle. Engesser erklärt: „Wir sind zehn bis zwölf Tage hintendran, aber beim Rohbau ist das normal. Im Prinzip sind wir gut im Rennen.“ Besonders im Stahlbereich komme es derzeit zu längeren Lieferzeiten. Die Fassade sei soweit geschlossen, so Engesser weiter. Die grobe Gebäudehülle soll in den kommenden Wochen zu gemacht werden. „Das nächste Bauziel sind die Rüttelklinker, Tore und das Dach“, erklärt er. Die Zimmermänner bringen für das geneigte Flachdach Stahlseile zwischen den Holzelementen an. Dazu fahren sie auf einer Drehleiter nach oben. Ist soweit alles fertig, „dann geht es schon an den Innenausbau“, so Engesser.
In der großen Fahrzeughalle, die mit fünf Toren ausgestattet ist, entstehen auf Podesten auch Lagerflächen. Hinter der Fahrzeughalle, die Platz für die Drehleiter, zwei Löschfahrzeuge und den Mannschaftstransportwagen (MTW) bietet, befinden sich später die Umkleiden, die Sozialräume und Schulungsräume. „Die Handwerker sind gerade dabei, die letzte Wand zu stellen“, erklärt Engesser und deutet in Richtung der arbeitenden Männer. Etwa 14 Stahlbauer, Rohbauer, Maurer und Zimmermänner sind an diesem Tag im Einsatz.
Neben dem Feuerwehrmagazin wird dann noch ein Übungsturm aufgestellt. Dort können die Wehrleute das sogenannte Anleitern üben und Erfahrungen sammeln, wie es ist, unter Zeitdruck in einem engen Raum eine Wasserversorgung herstellen zu müssen, so Kaltenbach. Zudem sei es möglich, später auch eine sechste Box zu integrieren.
Nach einem kurzen Abstecher auf die Baustelle, geht es für die Jour-Fixe-Teilnehmer in einen Container zur weiteren Besprechung. Auf der Tagesordnung stehen an diesem Tag die Versorgungsleitungen für das neue Feuerwehrmagazin. Der zuständige Bauleiter vom Energieversorger Netze BW erklärt, dass das Feuerwehrmagazin einen direkten Anschluss bekommt. „Dass sie unabhängig sind“, so Betting. Sprich: eine stabile Stromversorgung haben.
Da auch die Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im kommenden Jahr gebaut (vor dem Feuerwehrmagazin, also in Richtung Straße) und separat versorgt werden soll, wurde besprochen, wie man diesbezüglich am besten vorgeht. Der Zufahrtsweg soll nicht mehrere Male aufgerissen werden. „Wir machen einmal auf, dann kommt alles rein – Strom, Wasser, et cetera – und dann ist das Ding gegessen“, fasst es Weisser zusammen. Nach regem Austausch halten die Männer fest: In KW 42, also Mitte Oktober, sollen die Versorgungsleitungen gelegt werden.
erschienen: schwaebische.de 15.07.2020
Ins neue Feuerwehrmagazin werden Erinnerungen aus 2020 eingemauert
Vor diesem Termin ist nun als Erinnerung für spätere Generationen ein Stahlbehälter präpariert worden, der in das neue Feuerwehrhaus eingemauert wird. Vertreter der Stadt Mühlheim füllten den Stahlbehälter mit aktuellen Bilder der Feuerwehr Mühlheim und Stetten, den verwendeten Stoffabzeichen, der Tageszeitung Gränzbote und dem genehmigten Bauplan sowie Geldstücke.
Zuvor hatte der Gemeinderat Mühlheim in der jüngsten öffentlichen Sitzung in der Festhalle den aktuellen Stand zum Baufortschritt erhalten.
Bislang sei man problemlos im bisherigen Kostenrahmen für das neue Feuerwehrmagazin geblieben, sagten Alexander Weisser und Jens Engeser vom Architekturbüro Weber.
Auch sei es auf der Baustelle zu keinem Unfall gekommen.

Feuerwehr Mühlheim erhält Wärmebildkamera

erschienen: schwaebische.de 14.06.2020
Neubau ist „Meilenstein in der Stadtgeschichte"
Millionenprojekt Feuerwehrmagazin: Jörg Kaltenbach über Symbolik, Hürden und den Zeitplan
Die Weichen für das neue Magazin der Feuerwehr Mühlheim und Stetten an der Donau sind bereits im Herbst 2012 gestellt worden.
Das war weit vor der Fusionierung der beiden ehemals eigenständigen Abteilungen im Mai 2017. Nun hat der Bau begonnen. Mühlheims Bürgermeister Jörg Kaltenbach spricht mit unserer Redakteurin Linda Seiss über die Bedeutung des Millionenprojekts, den Zeitplan und die Beeinträchtigung durch Corona.
Herr Kaltenbach, am Standort des neuen Feuerwehrmagazins, das zwischen der Mühlheimer Vorstadt und Stetten gebaut wird, sind die ersten Bagger angerückt. Was bedeutet der Bau des Magazins für die Stadt Mühlheim?
Der Bau ist sicherlich ein Meilenstein in der Stadtgeschichte - insbesondere für die der Feuerwehr. Es ist ein starkes Symbol für das Zusammenwachsen von Mühlheim und Stetten in den gut 48 Jahren seit der Eingemeindung.
Zusammengewachsen sind seit Mai 2017 auch die ehemals eigenständigen Feuerwehren aus Mühlheim und Stetten. Ein Anreiz für die Fusionierung war auch der Bau des neuen, gemeinsamen Feuerwehrmagazins.
Können Sie sich daran noch erinnern?
Ja, da kann ich mich sehr gut daran erinnern. Wir haben bereits im Herbst 2012 seitens des Gemeindeund Ortschaftsrats zusammen mit dem Feuerwehrausschuss die Weichen für ein gemeinsames Feuerwehrmagazin gestellt. Gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2013 haben
wir einen geeigneten Standort gefunden und dann öffentlich erklärt, dass wir ein gemeinsames Magazin bauen wollen.
Ziel war, dass die beiden Abteilungen aus Mühlheim und Stetten zum Zeitpunkt des Einzugs ins neue Magazin möglichst fusionieren sollen. Dann hat ein sehr guter Prozess stattgefunden. Die Führungskräfte der Feuerwehren haben das sehr gut angegangen und gemeinsame Proben
und Kameradschaftsabende organisiert.
Irgendwann gab es ausschließlich gemeinsame Aktivitäten.
Das Fahrzeug aus Stetten wurde in Mühlheim abgestellt und im Alarmierungsfall trafen sich alle Kameraden im Mühlheimer Magazin und rückten gemeinsam aus. Dann kam im Mai 2017 die Fusion. Politisch hätte uns nichts besseres passieren können, als dass die Feuerwehr diesen angedachten Prozess beschleunigt
hat. Es gibt mehrere Beispiele aus anderen Kommunen, bei denen ganze Abteilungen im Zuge von Fusionsüberlegungen ihren Dienst quittierten.
Das war also vorbildlich, dass sie sich das Zusammenwachsen als gemeinsames Ziel auf die Fahnen geschrieben haben.
Mit als erstes musste ein geeigneter Standort gefunden werden. Warum haben Sie sich für den jetzigen Standort entschieden?
Insgesamt wurden fünf oder sechs Standorte untersucht, immer im Dialog zwischen Feuerwehr, Kreisbrandmeister, Gemeinde- und Ortschaftsrat.
Der jetzige Standort hat sich schnell als einsatztaktisch bester Standort herausgestellt. Er hat den Vorteil, dass er im Bereich der Mühlheimer Vorstadt liegt. Dort ist auch der Siedlungsschwerpunkt, viel Gewerbe, Schul- und Sportanlagen.
Die Einrückzeit ist also deutlich geringer und auch die Ausrückzeit bei Bränden in der Vorstadt, wo potenziell die größte Brandgefahr ist, ist kürzer. Auch für die Oberstadt stellt der Standort keinerlei Verschlechterung dar, für die Vorstadt und Stetten aber eine klare Verbesserung.
Außerdem liegt der Standort direkt an der Gemarkungsgrenze - ist also auch aus politischer Hinsicht ein idealer Standort. Wenn man den besten Standort bekommt, braucht man auch keinen andern Standort zu nehmen.
Nachdem der Standort gefunden war, begannen die Grundstücksverhandlungen. Parallel dazu wurden Proben genommen, um auszuschließen, dass Altlasten auf dem Grundstück sind und um die Standhaftigkeit zu prüfen. Dann wurde das Bebauungsplanverfahren gestartet, bei dem zusätzlich zwei gewerbliche Bauplätze generiert und eine Betriebserweiterung ermöglicht werden konnte, die ansonsten nicht möglich gewesen wäre. Jetzt freuen wir uns, dass es losgeht.
Welche Hürden mussten denn bis zum Baustart genommen werden ?
Der Planungsprozess selbst hat recht lange gedauert. Erst nachdem wir die Zuschussanträge für einen Fachzuschuss vom Land (275 000 Euro) und einen Zuschuss aus dem Ausgleichsstock (400 000 Euro) eingereicht hatten und diese genehmigt waren, konnten wir die Planungsleistung ausschreiben. Das Problem war, dass
wir einen europaweiten Wettbewerb machen mussten. Alleine dieses Verfahren hat einen ordentlichen fünfstelligen Betrag gekostet.
Wir mussten einen Architekten und einen Anwalt dafür beauftragen, eine kleine Verwaltung wie unsere kann diese komplizierte Verfahren nicht bewerkstelligen. Wegen der Hochkonjunktur in allen Bereichen, auch im Bau, war das Interesse zudem recht überschaubar.
Wir haben aber eine tolle Planungsmannschaft zusammenbekommen.
Nachdem Ende 2018 mit den Planungen begonnen werden konnte, wurde diese mitsamt Kostenschätzung gegen Ende Juni 2019 eingereicht. Im Oktober wurde dann der Beschluss für die Ausschreibung getroffen und im Januar dieses Jahres die meisten Arbeiten vergeben. Die übrigen fünf
Gewerke werden jetzt per Umlaufbeschluss vergeben. Es steht nur das Mobiliar als letztes Gewerk aus.
Wie werden die ersten Wochen ablaufen?
Baustellenbesuche werden nicht möglich sein. Bis auf Weiteres können keine physischen Baustellen-Jour-Fixe stattfinden.
Der Bauleiter wird aber mehrmals die Woche vor Ort sein und Berichte schreiben. Fragen werden dann telefonisch geklärt.
Bei den Planungen war auch die Feuerwehr eingebunden. Was wird das neue Feuerwehrmagazin zu bieten haben? Und auf was musste die Wehr verzichten?
Es gibt eine Vorgabe des Landes, welche Räumlichkeiten, auch in welcher Größe, mindestens angeboten werden müssen, dass es überhaupt eine Förderung gibt. Beispielsweise muss jede Person 1,5 Quadratmeter Platz im Aufenthaltsraum haben.Das Sozialgebäude verfügt unter anderem über einen Funkraum, ein Lagezentrum, einen Schulungsraum sowie einen Jugendraum. Wir haben fünf Boxen für vier Fahrzeuge, eine Box ist quasi Reserve. Dort wird unter anderem ein Notstromaggregat gelagert. Eine weitere Box wäre baulich noch möglich. Die Feuerwehr hätte gerne direkt eine sechste Box sowie eine eigenständige Waschbox gehabt, das mussten wir aber streichen. Im Hof gibt es aber eine Möglichkeit, die Einsatzfahrzeuge abzuspritzen. Auch eine eigene Schlauchwaschanlage gibt es nicht. Da haben wir aber Unterstützung aus Tuttlingen angeboten bekommen. Wir können die Schläuche zur Reinigung und Überprüfung dorthin bringen. Der 14 Meter hohe Feuerwehrturm, hätte eigentlich erst in einem zweiten Bauabschnitt kommen sollen. Allerdings wären die Zusatzkosten zu hoch gewesen, deswegen machen wir das komplette Magazin in einem, was sicherlich von Vorteil für die Feuerwehr ist. An den Turm kommt auch die 112 als großer Schriftzug, der beleuchtet werden kann, damit man das Gebäude auch von Weitem wahrnimmt.
Bis wann soll das Feuerwehrmagazin fertiggestellt sein - also wann sollen die Feuerwehrleute einziehen können ?
Vorgesehen ist, dass die Feuerwehr Ende April nächsten Jahres einziehen kann. Jetzt müssen wir schauen, ob das coronabedingt klappt. Auf ein paar Monate kommt es im Notfall auch nicht an, Hauptsache, die Qualität stimmt.
Die Stadt Mühlheim investiert rund 4,3 Millionen Euro in den Neubau. Gehen Sie davon aus, dass es dabei bleibt ?
Es sind alle Arbeiten ausgeschrieben - mit Ausnahme der Ausstattung. Aber da liegt uns bereits ein Angebot vor. Ein Kostenrisiko besteht eigentlich keins. Das größte Risiko, das ich sehe, ist eigentlich Corona.

erschienen: schwaebische.de 14.04.2020